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Ein Onlineatlas zu den Orten der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen 1933.
Am Abend bin ich dann vorsichtig an den Rand des Platzes an der Methfesselstraße geschlichen[…] Da war es ganz schön voll, zum Glück, denn sonst hätte man mich ja gleich gesehen. […] Männer in Uniformen […] haben da die berühmten Sprüche gejohlt, die Bücher geholt und immer ins Feuer reingeworfen.

Friedel Büscher - Augenzeugin

Das Projekt

"Verbrannte Orte" hat es sich zum Ziel gesetzt einen Beitrag zur Erinnerungskultur zu leisten.

  • Wie sehen die Orte, fast 90 Jahre nach den Bücherverbrennungen, heute aus?
  • Welchen Zweck erfüllen die Orte heute und wie betrachten wir sie in dem Wissen um das historische Geschehen?
  • Gibt es sichtbare Zeichen der Erinnerung an den Orten und sind regionale Formen einer Erinnerungsarbeit erkennbar?

Mit diesen Fragen befasst sich das Projekt.

Auf der Internetseite "verbrannte-orte.de" entsteht im Laufe der Zeit ein Atlas. Aktuelle Fotografien rücken dort ausgewählte Perspektiven ins Blickfeld und machen die vergessenen Orte der Bücherverbrennungen sichtbar. Interaktive Panoramen ermöglichen ein individuelles Entdecken der historisch belegten Orte. Hintergrundtexte und historische Materialien laden die Betrachter*innen zu einer Spurensuche ein. Durch Karten und Stadtpläne wird die Lokalisierung der "Verbrannten Orte" möglich gemacht.

Die Dokumentation der Orte und der Ereignisse, die Anregung zur Erinnerung an das Geschehene und die Möglichkeit aus Erkenntnissen Handeln zu schaffen, bilden die Säulen der Projektarbeit.

Dokumentation

Eine derart vollständige Informationssammlung zu den Orten der Bücherverbrennungen war bisher nicht vorhanden. Im Onlineatlas werden Informationen zu den Orten der Bücherverbrennungen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt, durch deren ständige Aktualisierung eine wachsende, möglichst umfassende Plattform entsteht.

Hierfür werden Materialien zu den lokalen Ereignissen gesammelt und es werden regionale Besonderheiten bei den Aktionen der Bücherverbrennungen verdeutlicht. Die genaue Recherche der Ortsangaben, sowie die Übertragung der historischen in die heutigen Adressen ergänzen die Ortsinformationen. Auf Grundlage vorhandener akademisch wissenschaftlicher Forschungen werden Informationsquellen zu den Bücherverbrennungen überprüft. Darüber hinaus werden Informationen zu bisher unbekannten Orten der Verbrennungen gesammelt und in den Onlineatlas aufgenommen.

Erinnerung

Den Orten der Bücherverbrennungen ein Gesicht geben, damit diese nicht in Vergessenheit geraten. Wie sehen die Orte heute aus und betrachten wir sie anders, mit dem Wissen um die historischen Ereignisse?

"Das Schwimmbad, welches ich als Kind besucht habe, befindet sich an der Stelle einer Bücherverbrennung."

"Der Marktplatz, auf dem ich jeden Samstag einkaufen gehe, war der Ort einer Bücherverbrennung."

"Die Apotheke an der Ecke war früher eine sozialistische Buchhandlung, nach der Plünderung fand vor dem Haus eine Bücherverbrennung statt."

Das Projekt will neue Formen der Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen anbieten und eine Vielzahl von unterschiedlichen Zugängen entwickeln. Neben der "Digitalen Erinnerung" gehören auch Ausstellungen, Vorträge und die Förderung der lokalen Erinnerungsarbeit dazu.

Handeln

Seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass es ein Infragestellen der vorhandenen Erinnerungskultur und ihrer Bedeutung gibt. Der Onlineatlas „Verbrannte Orte“ will einen Beitrag leisten, um den bisherigen Weg der Erinnerungskultur zu stärken und weiter zu entwickeln. Für die Betrachter*innen sollen Anregungen geschaffen werden, sich aktiv mit den Fragen der Erinnerungsarbeit zu beschäftigen.

Das Projekt „Verbrannte Orte“ bietet zivilgesellschaftlichen Akteuren, lokalen Initiativen und Geschichtswerkstätten die Möglichkeit, die vorhandenen Materialien zu nutzen und die lokale Erinnerungsarbeit damit zu fördern.

Die Materialien können ebenfalls in der Bildungsarbeit an Schulen und anderen Institutionen verwendet werden.

Außerdem findet eine kontinuierliche Präsentation auf Messen, Vorträgen oder Ausstellungen statt.

Mehr Informationen zum Projekt und zu Möglichkeiten uns zu unterstützen findet ihr auf
https://blog.verbrannte-orte.de

Kontakt

Verbrannte Orte e.V.
Jan Schenck, Meuchefitz 18, 29482 Küsten, fon ++49 - (0)170 - 8156374

Wir freuen uns über Ideen, Anregungen, Infos zu den Bücherverbrennungen und historisches Material, sowie Zeitzeugenberichte.

Für all das nutzt bitte: info@verbrannte-orte.de

Presseanfragen bitte an: presse@verbrannte-orte.de







Verbrannte Orte